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Leute und Radio

 

Lange nicht mehr richtig Radio gehört? Überall nur das gleiche? Die gleichen größten Hits, die gleichen Werbespots, das gleiche Gelaber? In Sachsens Medienlandschaft sieht es da sehr traurig aus. Doch es gibt noch gutes Radio! Hier ein Tip: Hört doch mal bei unseren Nachbarn rein: Radio 1 aus Brandenburg!  www.radio1.de    

Leider nicht überall im Kabel, aber auf Astra.

Im Fernsehen ist es leider nicht besser, von Ausnahmen wie Rockpalast mal abgesehen. Neulich kam wieder so eine Charts-Show auf RTL, die mit Beachboys, CCR u.a. ganz interessant anfing. Doch die angeblich aller-aller-allergrößtern deutschen Charts-Breaker waren wie immer Rubetts, Middle of the (Herbert) Road und Konsorten. Ich hab mal nachgezählt, die Beatles hatten in Deutschland 33 Top 10 Hits, die Stones 18, die von mir nicht gerade geliebten BeeGees 13, selbst T.Rex noch 9! Doch die wurden nicht mal erwähnt. In welchem Partyzelt haben die Macher solcher Sendungen ihren Musikverstand versoffen?

Wer mehr über zeitgemäße Musik erfahren will, sollte sich das Angebot von ZDF Kultur näher anschauen.
Mein Lieblingsprogramm: Later with Jools - leider nicht mehr auf Sendung!

Wir gratulieren dem Rockpalast zu seinem 40. Jubiläum!

Das Notwendigste und das Härteste und die Hauptsache in der Musik
ist das Tempo.   
W.A. Mozart, Pop-Ikone

  +++  Lou Reed, the N.Y.C. man, ist von seinem letzten walk on the wild side nicht mehr zurückgekehrt. Am 27.10.2013 verstarb einer der größten American Poets im Alter von 71 Jahren in N.Y.  Bye, bye, Lou  +++

 

Auf Youtube gibt es immer wieder Wunderkinder und Megatalente zu entdecken. Hier ein Beispiel:
Die Französin Tina S ist Jahrgang 1999.

 

 

 

 

 

 

 

Besonders empfehlenswert ist die 15-jährige Ayla aus Kanada, die einen eigenen Youtube-Kanal betreibt: Ayla Guitar

Ich weise ausdrücklich darauf hin, dass es sich bei den eingestellten Musikstücken um Anspieltipps handelt, deren Vervielfältigung durch Download, Speichern und Kopieren auf Datenträger untersagt ist.

Immer aktuell: Die Billboard Charts

Das findet ihr hier: 

  • Lou Reed - The New York City Man - Ein Porträt
  • Hubert von Goisern - Steirischer Weltmusiker - Ein Porträt
  • Van Morrison - Der keltische Barde - Ein Porträt

Loreena McKennitt bei den Dresdner Filmnächten live 2008

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

  

 Gregorian live im Wasserschloss Klaffenbach 2008
 
 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

      

 

 The New York City Man - Lou Reed  ( + 27.10.2013)
 

Velvet Underground mit Nico

Die Erfolgsstory des am 2. März 1942 in New York als Louis Firbank geborenen Lou Reed beginnt Mitte der 60er mit der einflussreichen wie erfolglosen, von
Andy Warhol geförderten Band Velvet Underground (Lou Reed, g, voc; Sterling Morrison, g; John Cale, b, kb, voc; Maureen "Moe" Tucker, dr). Die schwermütigen Songs wie "Venus In Furs", "Sweet Jane", "Heroin" und "All Tomorrow’s Parties" hoben sich durch ihre für damalige Verhältnisse freizügigen und schnörkellosen Lyrics deutlich vom Mainstream ab. Schon hier lässt sich Reeds Bewunderung für Literatur (Burroughs, Schwartz) herauslesen, die er als Student entdeckte. Die Musik war von schöner Häßlichkeit, und teilweise wurden neben den Nerven der Zuhörer auch die Instrumente bis an ihre Grenzen gequält. Die Gitarren in "White light white heat" gereichen den Punk Bands der Neuzeit alle Ehre.
1971 verlässt Reed die Band, und kurze Zeit später veröffentlicht er sein Solo-Debut, welches einige nicht verwertete Songs aus alten Velvets-Tagen enthält. Bald darauf macht Reed die Bekanntschaft von
David Bowie, der das große '72er Werk "Transformer" produziert. Mit dem softig-verspielten "Walk On The Wild Side", einer Ode an Andy Warhols Filme der 60er Jahre, macht Reed erst- und letztmals mit oberen Chartspositonen Bekanntschaft, obwohl in dem Song Themen wie Transsexualität und Oralsex benannt werden, ein Affront gegen das prüde Amerika.
Optisch sucht Reed die Ablösung seines braven Images und fühlt sich mit blondgefärbten Haaren und schwarz lackierten Fingernägeln schon deutlich böser. In den folgenden Jahren verbaut sich Reed aufgrund radikaler Stilwechsel nicht ganz unbewusst die Chance, eine stabile Gefolgschaft aufzubauen. Der nächste Longplayer "Berlin" fokussiert die dunklen Seiten des Lebens, wirkt depressiv. Die Kritik lobt zwar das Werk, der kommerzielle Erfolg bleibt aber aus, die darauf folgenden Alben dokumentieren eine Hinwendung zum klassischen Rock'n'Roll und bringen die Charts wieder in Sichtweite.
Mit "Metal Machine Music", einem schier unhörbaren Doppelalbum elektronischen Krachs, verlassen Reed jedoch alle guten Geister. Bis heute streiten sich Experten darüber, ob hier ein ernsthaftes künstlerisches Statement vorliegt, ob Reed damit seine Plattenfirma loswerden wollte oder ob er sein Publikum bewusst ärgern wollte.
Ende der 70er ist er Teil einer der aufregendsten Männer-WG seit den Kommunen-bewegungen, er teilt Küche und Bad mit
Iggy Pop und David Bowie in West-Berlin. 1980 heiratet Lou seine Freundin Sylvia Morales. Erstmals mischt er bei politischen Aktivitäten (1985 Farm Aid, 1986 Amnesty International Tour) mit und versucht sich als Schauspieler (1980 in "One Trick Pony").
1990 arbeitet er wieder mit John Cale zusammen, um dem verstorbenen Mentor Andy Warhol "Songs For Drella" zu widmen. Seine Ehe mit Sylvia scheitert und treibt Reed in die Arme der Avantgarde-Künstlerin
Laurie Anderson.
Aus jener Zeit stammen die zum Besten gehörenden Alben „
New York“ (1989) und „Magic and Loss“ (1991).

Lou Reed 2005


Mit "Set The Twilight Reeling" meldet sich der Solokünstler mit dem eindrucksvollsten Album der jüngeren Vergangenheit zurück, auf dem Spielfreude und literarischer Anspruch wieder auf gewohnt hohem Niveau miteinander kommunizieren. Das Livealbum "Perfect Night" von 1998 dokumentiert ein Konzert in London, "dessen magische Atmosphäre ich wohl nie wieder erreichen werde", wie er anschließend bekannte.
Heute kommen in schöner Regelmäßigkeit neue Studioalben wie "Ecstasy" und "
The Raven", und der New York City Man tourt über die Konzertbühnen der Welt, wo er gar das einstige Sakrileg begeht, Songs von Velvet Underground live zu performen.

Tipp: Strawman

 

Songtext: Lou Reed - Strawman (aus "New York" 1989)
Wir die wir so viel haben an euch die ihr so wenig habt
An euch die ihr überhaupt nichts besitzt
Wir die wir so viel mehr haben als irgendein Mensch braucht
Und ihr die ihr überhaupt nichts besitzt, ah
Braucht irgendjemand einen neuen Millionen-Dollar Film
Braucht irgendjemand einen neuen Millionen-Dollar Star
Muss man irgendjemandem immer und immer wieder erzählen
Dass Spucken in den Wind doppelt so schwer auf dich zurückkommt
Strohmann, geh geradewegs zum Teufel
Strohmann, geh geradewegs in die Hölle
Strohmann, geh geradewegs zum Teufel
Strohmann
Strohmann
Strohmann
Strohmann, ja
Braucht irgendeiner wirklich eine Milliarden-Dollar Rakete
Braucht irgendeiner ein Sechzigtausend-Dollar Auto
Braucht irgendeiner einen neuen Präsident
Oder die Sünden Swaggart’s Teile 6, 7, 8 und 9, ah
Braucht irgendeiner noch einen neuen Politiker
Der erwischt wird mit den Hosen unten und Geld klebt am Arsch
Braucht irgendeiner noch einen Rassisten – Prediger
In den Wind spucken kann dich höchstens verwunden, ooh
Strohmann, geh geradewegs zum Teufel
Strohmann, geh geradewegs in die Hölle
Strohmann, geh geradewegs zum Teufel
Strohmann
Strohmann
Strohmann
Strohmann
Braucht irgendeiner eine neue defekte Raumfähre
Um auf dem Mond, Venus oder Mars zu explodieren
Braucht irgendwer einen neuen selbstgerechten Rock-Sänger
Der behauptet seine Nase hätte ihn direkt zu Gott geführt
Braucht irgendeiner noch einen leeren Wolkenkratzer
Wenn du wie ich bist bin ich mir sicher dass ein kleineres Wunder genügt
Ein flammendes Schwert oder vielleicht eine goldene Arche den Hudson hinauf
Wenn du in den Wind spuckst kommt es sofort wieder zurück
Strohmann, geh geradewegs zum Teufel
Strohmann, geh geradewegs in die Hölle
Strohmann, geh zum Teufel

 HvG - steirischer Weltmusiker
 

Bei unseren Nachbarn führt er die Rangliste der besten nationalen Popmusiker an und ziert eine Briefmarke. In Deutschland nimmt sein Bekanntheitsgrad wohl von Süden nach Norden rasch ab, er ist eher ein Insider – Tipp. Doch als Popmusiker will er sich sicher nicht einordnen lassen. Vielleicht als Volksmusiker? Eher als Weltmusiker.
HvG wurde als Hubert Achleitner 1952 in
Bad Goisern geboren. Als Kind lernt er Trompete und klassische Gitarre, vom Großvater bekommt er eine Ziehharmonika.

Mit 20 bekommt er Fernweh und wandert mit der Freundin nach Südafrika aus. Nach 3 Jahren hat er genug von Apartheid, kehrt zurück nach Österreich und heiratet eine Kanadierin, mit der er nach Toronto zieht. Erst mit 27 beschließt er ernsthaft, Musiker zu werden und studiert Flamenco-Gitarre. Die Ehe geht kaputt und er landet auf den Philippinen. 1984 kommt er wieder zurück und studiert experimentelle Musik in Wien.

Dann, mit 35 Jahren, gründet er mit Wolfgang Staribacher die Alpinkatzen und nennt sich Hubert von Goisern. „Solide Alm“ wird der erste Titel, „Alpine Lawine“ das erste Album, mit einer englischen Fassung des „Cocain Blues“ und einer von „Kren und Speck“. Das Duo tingelt durch Clubs und startet die Watzmann-Tournee, mit Unterstützung von Wolfgang Ambros. Doch Staribacher geht, und HvG stellt nun die legendäre Band der Alpinkatzen zusammen. Besonderes Highligt ist die 17-jährige Sabine Kapfinger, die als „alpine Sabine“ mit ihren Jodeleinlagen den rockigen Sound mit traditionellen Elementen anreichert, was Hubert begeistert aufgreift, denn er hat eine starke Bindung zu den traditionellen Elementen der steirischen Volksmusik, die er sich von den Alten aneignet.

Auf der 1992 erscheinenden CD „Aufgeigen statt niederschiassen“ sind die wunderbaren Balladen „Weit, weit weg“ und „Heast as nit“ zu hören, aber auch das rockige „Koa Hiatamadl“, das keine dicken Wadeln hat und sich zum Medienrenner entwickelt, die Alpinkatzen in die Hitparaden bringt und für HvG den kommerziellen Durchbruch bedeutet. Sie geben umjubelte Konzerte im ganzen deutschsprachigen Raum, und es folgt das Album „Omundunten“ samt Video, welches die Auftritte in Frankreich und den USA dokumentiert, aber auch Hubert an seinen Lieblingsplätzen zeigt, dem Hallstätter See und dem Dachsteingipfel. Doch kaum oben angelangt, beschließt HvG aufzuhören. Die Omundunten-Tour beendet im November 1994 die Arä der Alpinkatzen, dokumentiert im Film „Wia die Zeit vergeht“.
Hubert sieht neue Herausforderungen im Film. Er spielt die Hauptrolle in
Jo Baiers „Hölleisengretel“ und komponiert nebenbei den Soundtrack zum Film. Weitere Höhepunkte werden die Filmmusik zu „Schlafes Bruder“ und zum Kinderfilm „Ein Rucksack voller Lügen“. 

 

Durch die Bekanntschaft mit Tseten Zöchbauer, einer gebürtigen Tibeterin, kommt es 1995 zu Reisen nach Tibet und einer Begegnung mit dem Dalai Lama. Im Ergebnis entsteht die CD „InExil“, eingespielt mit tibetischen Musikern. Auch später besucht der Dalai Lama Österreich, und Hubert steht mit tibetischen Musikern auf der Bühne. Doch schon 1996 reist Hubert mit der Schimpansenforscherin Jane Goodall in den Nationalpark Gombe in Tansania, es entsteht der Film „Von Goisern nach Gombe“ und die Sound-Track-CD „Gombe“.
Endlich erscheint 2000 mit der CD „
Fön“ eine Art Come-back-Album, welches an die Alpinkatzenzeit anknüpft, allerdings mit neuer Band, und kurz darauf die CD „Trad“. Hier steht wieder die besondere Beziehung zum österreichischen Volkslied im Vordergrund. Die Fön – Tour verläuft sehr erfolgreich. Es schließt sich eine Reise nach Ägypten und Westafrika an, wo Hubert mit seiner Band viele Auftritte gemeinsam mit afrikanischen Musikern absolviert, so auch mit Ägyptens Pop-Ikone Mohamed Mounir. Die Reise wird auf der DVD „Grenzenlos“ festgehalten. 2002 folgt die „Iwasig“ – CD und Tour, und 2003 schließt sich die gemeinsame Tour von Hubert von Goisern und Mohamed Mounir an.
Im verlassenen Krippenstein – Berghotel auf dem
Dachstein werden die Songs zu „Trad II“ eigespielt, die 2004 auf einer großen Tour erfolgreich präsentiert werden. Wir waren auch auf einem der Konzerte dabei! Bei weiteren Konzerten in Westafrika entsteht der Film „Warten auf Timbuktu“, der zusammen mit einem Live – Mitschnitt der Trad II – Tour unter dem Namen „Ausland“ auf den Markt kommt. Letzte Veröffentlichung ist das „best of“ – Album „Derweil“. HvG hat wieder eine schöpferische Pause eingelegt, in der er ein neues „Weltmusik“ – Projekt vorbereitet. Denn er findet Musik überall auf der Welt.
Als Botschafter der Kulturhauptstadt Linz fährt Hubert auf einem zur schwimmenden Bühne umgebauten Lastschiff im Sommer 2007 die Donau hinab zum Schwarzen Meer und wieder zurück, gibt Konzerte und spielt mit Musikern, die er entlang seiner Reise trifft. Das ganze wird unter "Goisern goes East" verfilmt. Im folgenden Jahr fährt er von der Donau über den Rhein-Main-Donau-Kanal den Rhein hinab bis Rotterdam. Dazwischen gibt er überall Konzerte und veröffentlicht eine neue CD "
S'Nix".

„Wir leben alle auf der selben Welt. Über uns ist der selbe Himmel, nur ein anderer Ausschnitt“, so lautet sein Credo. Und in einem offenen Brief an österreichische Politiker, denen er den Missbrauch seiner Musik für Volkstümelei vorwirft, macht er deutlich:
„Ich stehe für eine offene, tolerante Gesellschaft, für den Abbau der Ängste vor dem Fremden und Neuen, und nicht das Schüren derselben.
Ich stehe dafür, den Veränderungen ins Auge zu schauen und nach vorne zu blicken, nicht für den Versuch die Zeit aufzuhalten oder gar zurück zu drehen".
Das ist der Inhalt von Heast as net (Tipp)
 

 

Songtext: Heast as nit (aus "Aufgeigen statt niederschiassen" 1992)
Heast as nit
wia die Zeit vergeht
Huidiei jodleiri Huidiridi
Gestern nu'
ham d'Leut ganz anders g'redt
Huidiei jodleiridldüeiouri
Die Jungen san alt wordn
und die Altn san g'storbn
Duliei, Jodleiridldudieiouri
Und gestern is' heit word'n
und heit is' båld morg'n
Huidiei jodleiri huidiridi
 

Songtext : Iawaramoi (aus "Omunduntn" 1994)
Buama stehts z'sam in kroas
i sag enk wos i woas
zünd's enk a Pfieferl an
der's raucha kann
in der Zeitung do kannst lesen wos is gwesen
aber obs wahr is, is net gwiss
weil liagn tuat heit jo sowieso scho a jeder
und der was nit liagt des is da allerbläder
a bua bringt sein vatern um und a sei mutter
und a schwester de dawürgt grad ihr'n bruder
serben und krawatn schiassen a schon wieder
i moan i halt des nimmer aus i sauf mi nieder

in an beisel zett da Haider wie a pfarrer
auf de obizahrer und de schwarzfahrer
kommunisten und ganze packlrass
der sagt eanas eini des is klass
derweil er so schen schimpft der ex-goiserer
sterbn tausend leut' drunt in afrika
aber mia hab'n zum fressen und zum saufen gnua
schaun ma daß so bleibt und drahn ma d'hüttn zua

iawaramoi get oana auf und sagt jetzt scheiß i drauf
jetzt hab i gnua, i wüll mei ruah; und
iawaramoi da nimmt er dann sei gwehr und sagt zu wem:
geh her du depp i blos di aus de schuah!
iawaramoi do fliagt a bomben von der rechten seiten
des san zeiten alle streiten
iawaramoi do fragt mi dann mei bua:
he vater sog ma nur
wer san de bled'n wer die gscheit'n?
ob krawaten oder serbn
alle müaßen sterben
ob serb oder krawat
um an jeden is schad
   

 Van Morrison - der keltische Barde
 

Van Morrison (geb. 1945 in Belfast) muss man zu den größten lebenden weißen Blues-Legenden zählen. Morrison bringt als einer der ersten solch unterschiedliche Musikstile wie Jazz, Blues, Country, (Irish) Folk und Gospel unter einen (Rock-) Hut. Die Anzahl seiner Gastauftritte bei Produktionen anderer Musiker übertreffen den regulären Output der meisten Bands um ein Vielfaches. Sein Auftritt beim Abschiedskonzert von „The Band“ wurde im Film „The last waltz“ (1978) festgehalten.
Mit Musik ist er schon von Kindesbeinen an in Kontakt, da sein Vater begeisterter Sammler alter Jazz- und Bluesplatten ist. Bereits mit zwölf spielt und singt Van bei „Deannie Sands And The Javelins“. Anfang der 60er tourt er mit den „Monarchs“ in England, Schottland und Deutschland, spielt Saxophon, Harmonica und singt. Mit diesen Erfahrungen im Rücken formt Morrison nach seiner Rückkehr in die Heimat 1964 die Band „
Them“. Das Interesse des Decca Labels lockt die irische Bande nach London. Schnell erspielen sich „Them“ mit ihrem rau rockigen Rhythm And Blues eine Fangemeinde, 1965 charten die Singles "Baby Please Don't Go" (mit Jimmy Page als Session-Gitarrist) und "Here Comes The Night". Zum Klassiker mauserte sich später das nur als B-Seite veröffentlichte "Gloria". Der zunehmende Erfolgsdruck und das Mitspracherecht der Plattenfirmen passt Morrison allerdings gar nicht, und so verlässt er die Band nach einer US-Tour 1966.
Ab sofort macht sich Morrison daran, die besten Songs seiner Karriere zu komponieren. Zunächst hat Morrison mit dem überschäumend lieblichen "Brown Eyed Girl" einen Solo-Single-Erfolg. Das erste Album „
Astral Weeks" ist angefüllt mit dem musikgewordenen Wunsch des Urhebers, keine Kompromisse mehr einzugehen. Kommerziell gelingt ihm das ausgezeichnet. Zusammen mit Koryphäen wie dem Miles Davis-  Bassist Richard Davis kreiert er ein Debüt, das in seiner Vielfalt an Blues-, Soul- und Gospelzitaten und dem eindringlichen Organ Morrisons Stilgrenzen niederreißt. Das Folgealbum "Moondance" zeigt sich den Fans eingängiger, weicher und mit einer größeren Portion Jazz. Der Titeltrack gehört zu den berühmtesten Songs aus seiner Feder.  

1970 heiratet Morrison sein Brown Eyed Girl Janet Rigsbee, die er bereits 1966 kennen lernte und die als Muse maßgeblich mit seinem kreativen Output im ersten 70er Halbjahr in Verbindung steht. Eine kurze Reunion mit „Them“ bringt 1973 einen Charterfolg für Dylans „It’s all over now baby blue“. 1974 erscheint das Livealbum "It's Too Late To Stop Now", das einen Auftritt mit seinem Caledonia Soul Orchestra in Kalifornien festhält. Morrison arrangierte hierfür all seine Klassiker detailreich um, so dass die bekannten Songs den Zuhörer von einer bislang nicht gekannten Seite bezaubern. Von seiner Frau Janet ist er inzwischen geschieden und lebt wieder in Belfast, wo auch das folkige "Veedon Fleece" entsteht. Danach zieht sich der Meister satte drei Jahre zurück, bis 1977 "A Period Of Transition" erscheint, für das er mit Dr. John zusammen arbeitet. In jenen Jahren manifestiert Morrison sein Eigenbrötler- und Outlaw-Image. Es wird gemunkelt, er leide mittlerweile an panischer Bühnenphobie, was Morrison 1979 in New York quasi bestätigt, als er während seines Auftritts den Saal verlässt und nicht zurück kehrt. Gleichzeitig widmet er sich spirituellen Themen, was "Into The Music" und einige Folge-Alben maßgeblich kennzeichnet. Das 1983er Album „Inarticulate Speech Of The Heart“ ist einer der Höhepunkte dieser Zeit und eines meiner Lieblingsalben.  

1988 nimmt Morrison mit den ChieftainsIrish Heartbeat“ mit Folksongs aus seiner Heimat auf. Kommerziell schneidet "Avalon Sunset" 1989 besser ab, worauf auch die Hitsingle "Whenever God Shines His Light" mit Cliff Richard  enthalten ist. Sein '91er Album "Hymns To The Silence" gilt mit seinem ruhigen, mystischen Grundfeeling zu seinen inspiriertesten Werken der Spätphase. Mit "The Philosopher's Stone" erscheint 1998 ein Doppelalbum, das unveröffentlichtes Material der Jahre 1971-1988 beinhaltet. Live-Auftritte finden zwar nicht mehr jährlich statt, man kann ihn aber auf seine alten Tage auch nicht mehr konzertscheu nennen. Und auch Platten veröffentlicht die Legende nach wie vor in recht regelmäßigen Abständen, zuletzt „Magic Time“ in 2005.

Tipp: Cry For Home 

 

 

 

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